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Wirtschaft zum Hof Bollingen
  • Jahr
  • 2009-2012
  • Art
  • Umbau / Gewerbe
  • Kosten
  • 1 -5 Mio
Auf einer kleinen Landzunge am Oberen Zürichsee liegt an Stelle eines mittelalterlichen Klosters der Hof Bollingen. Ein kleiner Weg führt zwischen den Gebäuden hindurch und endet an der südlichen Spitze der Landzunge bei einer kleinen Kapelle. Der "Hof", bestehend aus Wirtshaus und Stall, wurde vor einigen Jahren mit einem modernen Freilaufstall ergänzt. Der alte Stall, seither ohne eigentliche Nutzung, diente nur noch als Lagerraum. Die idyllische Lage und die schöne Wirtschaft machen den Hof zu einem Kleinod. Ziel unseres Eingriffes war es, dieses stimmige Ensemble zu erhalten, die Wirtschaft den heutigen betrieblichen Anforderungen anzupassen und die Wohnräume der Eigentümer mit zeitgemässem Komfort auszustatten.
Die Wirtschaft
Das Haus, ein einfacher Steinbau, bestand aus einem wertvollen Kernbau aus der Zeit vor 1800 und einem westlichem Anbau geringer Qualität. Dieser wurde abgebrochen und durch einen um vier Meter längeren Anbau ersetzt. Diese Erweiterung fügt sich nahtlos in den Bestand ein. Nur durch die Fenster gibt er sich von aussen als Zeitgenosse zu erkennen. Im Untergeschoss des neuen Anbaus konnten all die technischen Einrichtungen wie Kühl-, und Gefrierräume, Lüftungszentrale, Heizung und weitere Technikräume untergebracht werden. Die schön getäferte Gaststube im Erdgeschoss konnte mit allen Ausstattungselementen wie Türen, Kachelofen etc. und deren Gebrauchsspuren erhalten werden. Dieser Raum sorgt trotz allen Veränderungen für Kontinuität und ist für die Stammgäste ein Stück Heimat. Die neue Gaststube ist mit grossen Schiebefenstern zum See hin geöffnet. Die Wandverkleidung aus dunkel geräucherter Lärche übernimmt die Farbe des bestehenden Täfers. Grosse Falttüren ermöglichen eine flexible Nutzung der beiden Gasträume. Im Obergeschoss wurde der "Saal" mit Stukkaturdecke, sorgfältig renoviert und zum Wohnraum umfunktioniert. Die Küche mit freistehender Kochinsel und in die Wand eingebauten Schränken ist dezent eingefügt. Die Schlafzimmer und Bäder sind im Anbau untergebracht. Holzeinbauten in rohem Lärchenholz und eine unverputzte Betondecke schaffen auch hier eine gemütliche Atmosphäre. Der intakte Dachstuhl mit sichtbarer Holzkonstruktion wurde wärmegedämmt. Einzelne Raumboxen wurden zwischen die Dachbalken eingesetzt und können als Angestelltenzimmer oder Bäder genutzt werden. Eine zusätzliche Kleinwohnung für Familienangehörige wurde ebenfalls eingebaut.
Der Feststall
Beim alten Stall liegt über einem gemauerten Sockelgeschoss das riesige Volumen der ehemaligen Heubühne. Charakteristisch sind das traufseitig weit auskragende, ruhige Ziegeldach, die der Heubelüftung dienenden, hölzernen Lamellen im Obergeschoss, und die grossen Holztore an den Längsseiten, welche die gemauerten "Häuser" durchbrechen. Die neue Hauptnutzung, ein Saal für private Feiern wie Hochzeiten, Geburtstage etc. liegt im Obergeschoss auf der ehemaligen Heubühne. Der eindrückliche hölzerne Dachstuhl wurde sorgfältig repariert, störende Einbauten wurden entfernt. Die ganze Raumeinteilung orientiert sich am Trägerraster und alle Zeugen der früheren Nutzung werden soweit möglich erhalten, da gerade sie die "Hofstimmung" unterstützen.
Alle Ergänzungen wurden mit rohen, unbehandelten Materialien ausgeführt: Roher Stahl für die neue Haupttreppe, Duripanel für die Brandschutzplatten, unbehandeltes Tannenholz für die Bodenbeläge, Raumabschlüsse und die neuen Möbeleinbauten. Die Atmosphäre der Festlichkeit wird mit der Beleuchtung und wenigen gezielten Eingriffen erzeugt.