Slide Right
Aufstockung und Sanierung MFH Zürich-Höngg
  • Jahr
  • 2010-2011
  • Art
  • Umbau / Wohnen
  • Kosten
  • < 1Mio
Die Philosophie des Malergeschäfts Kneubühler AG ist eine nachhaltige. Sei es bei der Arbeit, der Fahrzeugflotte (sämtliche Geschäftswagen werden mit Erdgas betrieben) oder auch in Bezug auf den Geschäftssitz. 1980 baute Hans Kneubühler an der Limmattalstrasse 234 ein Mehrfamilienhaus mit Geschäftsräumlichkeiten. Die unteren zwei Stockwerke – zum Teil im Souterrain – waren und sind bis heute für die Büros, die Aufbereitungsarbeiten wie etwa ein Spritzwerk oder eine Lackiererei vorgesehen. In den oberen zwei Stockwerken werden je drei Wohnungen angeboten. Bereits seit längerer Zeit war den Malermeistern klar, dass man an dieser Lage das noch brachliegende Ausnutzungspotenzial voll ausschöpfen wollte. Nach Absprache mit den Baubehörden, dem Amt für Städtebau sowie den Nachbarn wurde letztes Jahr eine Aufstockung realisiert, die dem Gebäude einen ganz neuen Eindruck verleiht. Wie eine gläserne Krone wurde dem Haus ein viertes Obergeschoss aufgesetzt, das zwar die Proportionen und Fenstereinteilung der unteren Geschosse übernimmt, aber durch die durchgehende Verglasung als abgesetztes Attikageschoss in Erscheinung tritt. In Bezug auf die Bauvorschriften musste auch auf zwei Drittel der Fassade gegen Süden und gegen Norden ein Rücksprung in der Fassade gemacht werden, der jedoch durch die Andeutung des Kubus dank einer Pergola-Konstruktion optisch nicht ins Gewicht fällt. Als Sahnehäubchen oben drauf wurde noch ein Dachterrassen-Unterstand realisiert, der einen wunderbaren Blick auf den Zürichsee und die Glarner Berge freigibt. Im Innern wurde in den unteren Geschossen die Struktur beibehalten. Im Attikageschoss teilen sich eine Studio-Wohnung und eine grosszügige 5-Zimmer-Wohnung die Gebäudegrundfläche. Demjenigen, der die grosse Wohnung betritt, erschliesst sich der Wohn- und Essraum auf einen Blick. Der durchgehende Klinkerboden und die ebenfalls durchgehende Verglasung verleiht diesen Räumen Grosszügigkeit. Über einen Zwischenbereich, der als Büro und Bibliothek genutzt wird und von dem aus man auch auf die genannte Dachterrasse gelangt, betritt man den privateren Teil der Wohnung. Hier ändert sich auch der Bodenbelag. Der Klinker macht einem flauschigen Teppich Platz, der sich über alle Schlafräume erstreckt. Diese sind über die Fassade miteinander verbunden. Wenn alle Schiebtüren geöffnet sind, ergibt sich so ein grosszügiger Blick über die ganze Gebäudetiefe, der die Dimension der Wohnung erlebbar macht. Zwischen den Teppichgemächern befindet sich ein Bad, das vollumfänglich mit runden, anthrazitfarbenen Keramik-Plättchen ausgekleidet ist. Aber zurück zur Nachhaltigkeit: Im Zuge der Aufstockung wurde das ganze Haus neu eingepackt und die Fenster im ganzen Haus ersetzt. Dadurch lässt sich Energie sparen und dank der neuen Fassade wurde auch ein einheitliches Erscheinungsbild erreicht. Das neue, moderne Kleid ist nicht zuletzt auch dem neuen Farbkonzept zuzuschreiben, das aus der Feder der Gestaltungswerkstatt der Höheren Fachschule für Farbgestaltung «Haus der Farbe» in Zürich-Oerlikon stammt. Im Wesentlichen wird mit drei Verputzen in unterschiedlichen, warmen Grautönen gearbeitet. Der dunkelste zeichnet die Sockelgeschosse aus und zieht damit auch klar die Grenze zwischen Geschäfts- und Wohngebäude. Die oberen Geschosse kommen in einem helleren Grau daher. Der hellste und feinste Verputz zeichnet die Stirnseiten der Geschossplatten nach, was dem Haus Struktur verleiht. In den Fensterleibungen wird immer wieder mal eine bunte Akzent-Fläche eingefügt, was dem Betrachter einen zweiten Blick und dem Gebäude ein Augenzwinkern entlockt. Dank all dieser Massnahmen wirkt das Gebäude nicht mehr so massig, sondern elegant und leicht und gibt auch der Firma Kneubühler einen neuen Auftritt. So ist sie und ihr Hauptsitz für die nächsten Jahrzehnte gut gewappnet.